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29. März 2018
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Mit Gehirntraining Stürzen und Demenz vorbeugen

Schwenninger Krankenkasse startet Präventionsprojekt für die stationäre Seniorenpflege im Raum Villingen-Schwenningen

Villingen-Schwenningen - Zwanzig Mitarbeiter aus Pflegeeinrichtungen der Region dürfen sich seit Donnerstag „Seniorencoach Life Kinetik“ nennen. Drei Tage bildete Trainer Michael Wenczel sie in den Grundlagen des neuen Gehirntrainings- und Bewegungs-Konzeptes aus. Ab sofort werden die Seniorencoaches die Übungen regelmäßig mit den Bewohnern ihrer jeweiligen Pflegeeinrichtung durchführen. Initiiert wurde das Präventionsprojekt von der Schwenninger Krankenkasse.

„Mit Life Kinetik möchten wir zu einem selbstbestimmten Leben im Alter beitragen. Die speziell entwickelten Übungen erhöhen die Aufmerksamkeit und die Merkfähigkeit der Senioren. Gleichzeitig verbessern sie die Koordination und den Gleichgewichtssinn. Das beugt Stürzen und Demenz vor“, sagt Michael Wenczel. Er ist Life Kinetik Mastertrainer bei der Cinderella GmbH, dem Kooperationspartner der Schwenninger.

Life Kinetik ist ein spielerisches Training für jedes Alter. Das Gehirn wird mittels nicht alltäglicher koordinativer Bewegungen sowie kognitiven und visuellen Aufgaben gefördert. Beispielsweise werden mit den Händen Bälle hoch geworfen und gleichzeitig mit den Füßen Kreise in die Luft gemalt. Die Übungen werden nie so lange trainiert, bis sie sich automatisieren. So werden neue Verbindungen zwischen den Gehirnzellen geschaffen und das schlummernde geistige Potenzial geweckt. Das Training verbessert die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit und stärkt das visuelle System. Außerdem können die Übungen Stress reduzieren sowie die Aufmerksamkeit und Handlungsschnelligkeit verbessern.

Die Schwenninger hat alle Pflegeeinrichtungen im Kreis sowie 30 Kilometer über die Kreisgrenze hinaus zur Seniorencoach-Ausbildung eingeladen. Teilgenommen haben Mitarbeiter der folgenden Einrichtungen: Christoph-Blumhardt-Haus Königsfeld, Franziskusheim VS-Schwenningen, St. Michael Donaueschingen, Bürgerheim VS-Schwenningen, St. Elisabeth Rottweil, Evangelische Altenhilfe St. Georgen, Seniorenresidenz am Kaiserring VS-Villingen, Scheffelhof Bad Dürrheim, Spittel-Seniorenzentrum Schramberg und Elias-Schrenk-Haus Tuttlingen.

Tobias Weymann, Pflegedienstleiter im Christoph-Blumhardt-Haus in Königsfeld, ist einer der neuen Seniorencoaches.  Er möchte Life Kinetik künftig fest im Aktivierungsprogramm des Heims integrieren. „Mit Life Kinetik kann ich unseren Heimbewohnern ein ganz anderes, innovatives Programm bieten. Durch die abwechslungsreichen Übungen sind unsere Heimbewohner kognitiv gefordert und haben wieder spürbare Erfolgserlebnisse. Die Übungen machen viel Spaß und werden in der Gruppe durchgeführt. Dadurch fördern Sie den sozialen Kontakt“ sagt Weymann.

 

Hintergrundinformationen:

Der „Life Kinetik Seniorencoach“ ist ein Präventionsangebot nach dem sogenannten Setting-Ansatz. Derartige gesundheitsfördernde Maßnahmen sollen Menschen direkt in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld ansprechen und erreichen – zum Beispiel in Kitas, Schulen, Betrieben oder Alters- bzw. Pflegeheimen. Die gesetzlichen Krankenkassen können gemäß § 20 und § 20a SGB V Leistungen in der Primärprävention und der betrieblichen Gesundheitsförderung erbringen. Sie dürfen jedoch ausschließlich Maßnahmen durchführen und fördern, die den im „Leitfaden Prävention“ des GKV-Spitzenverbandes festgelegten Handlungsfeldern und Kriterien entsprechen. Im Juni 2015 verabschiedete der Deutsche Bundestag das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (Präventionsgesetz – PrävG). Dieses sieht unter anderem vor, dass Kranken- und Pflegekassen mehr als 500 Millionen Euro jährlich in entsprechende Maßnahmen investieren.

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