Flash Download 3D-Zeitschrift benötigt das Flash 9 Plugin von Adobe.
Download von adobe.com

Alternativ können Sie diese Ausgabe auch als PDF herunterladen.

Bitte Stellen Sie sicher dass Javascript
in Ihrem Browser aktiviert und erlaubt ist.


Content:
1
perspektive Ausgabe 4/2010 Das Gesundheitsmagazin der Schwenninger BKK Erziehung Ein Kinderspiel? Weihnachten international Alles andere als eine Stille Nacht Die Fränkische Schweiz erleben Mit Schneeschuhen unterwegs

2
Editorial Liebe Leserinnen und Leser, eihnachten steht vor der Tür und viele finden jetzt Zeit, darüber nachzudenken, was ihnen wichtig ist im Leben. Familie, Freunde und Beruf stehen vermutlich oft an erster Stelle. Doch genauso wertvoll ist unsere Gesundheit ­ und sie zu bewahren, liegt zu einem großen Teil an uns selbst. Vielleicht möchten Sie im neuen Jahr darauf achten, im Berufs alltag gesünder zu leben? Wer sich bei der Arbeit beispielsweise unregelmäßig und falsch ernährt, tut sich nichts Gutes. Als wir uns bei der Recherche zu unserem Buch "Die Gesundarbeiter" mit Gregor Weber unterhielten ­ gelernter Koch und bekannt als TatortKommissar ­ fiel auch seine Meinung eindeutig aus: "Mittagessen ist was für Schwächlinge? So ein Quatsch!" Viel mehr sei beim Arbeiten die gemeinsame Mahlzeit wichtig, auch weil es sich positiv auf den Umgang miteinander auswirkt. In Sachen Gesundheit stehen ebenso die Arbeitgeber in der Ver antwortung: "Auch Vorgesetzte müssen erkennen, dass es eine Grenze zwischen Arbeitsleben und privatem Leben gibt", sagte uns die Familienministerin Dr. Kristina Schröder. Stimmt die Balance, profitieren die Unternehmen zudem davon ­ jeder in vestierte Euro in gesunde Mitarbeiter zahlt sich mehrfach aus. In Summe ist unser Wohlbefinden aber auch eine Herausforde rung für das deutsche Gesundheitssystem, denn die Ausgaben steigen stetig. Nichtsdestotrotz gibt es für Sie als Kunde der Schwenninger BKK positive Neuigkeiten: Im Gegensatz zu vie len Versicherten anderer Kassen müssen Sie bei uns auch 2011 keinen Zusatzbeitrag bezahlen. Zu guter Letzt wünschen wir Ihnen gute Unterhaltung mit der aktuellen perspektive. Im Titelthema lesen Sie alles rund ums Thema Erziehung ­ beispielsweise ob ein autoritärer, demokra tischer oder LaissezfaireErziehungsstil beim vorweihnacht lichen Plätzchenbacken punktet. Ein erholsames Weihnachtsfest und ein glückliches, gesundes Jahr 2011 wünschen Ihnen Siegfried Gänsler Vorsitzender des Vorstandes Thorsten Bröske Vorstand perspektive 4/2010

3
Inhalt Wissen 6 Brennpunkt 4 kurz & knapp Kostenfalle | Gut bei Kasse | Nah am Kunden | Herzlichen Glückwunsch | WtHR statt BMI | Eine große Familie | Orientierung Mit dem Vorstand auf Augenhöhe Interview mit Karl-Heinz Gula, Verwaltungsratsvorsitzender der Versichertenvertreter, und Jürgen Beetz, alternierender Verwaltungsratsvorsitzender der Arbeitgeberseite Titelthema Erziehung Wenn aus Klitzekleinen großartige Große werden Pädagogische Plätzchen Unterschiedliche Erziehungsstile am Beispiel der Weihnachtsbäckerei Rastlose Kreativköpfe In Esslingen bei Stuttgart steht die bundesweit erste ADHS-Schule Wenn ich groß und stark bin Die richtige Mischung aus Bildung, Ernährung und Sport erleichtert den Einstieg ins Leben Kein Traum-Duo Medikamente vertragen sich nicht immer mit allen Nahrungsmitteln 9 10 13 16 Leben 18 19 Kneifen gilt nicht Auch im Winter gibt es viele Möglichkeiten, um sich fit zu halten Weihnachten international Andere Länder, andere Bräuche ­ aber alles andere als eine Stille Nacht Auszeit 20 23 Fränkische Idylle In der Ferienregion Fränkische Schweiz ist die Welt noch in Ordnung Lesestoff Drei interessante Bücher für lange Winterabende Mit einem Klick auf diese Symbole starten Sie automatisch ... Einen Podcast zum jeweiligen Thema Eine Bildergalerie zum Artikel Mit einem Klick auf die grau hinterlegten Links gelangen Sie zur jeweiligen Website oder öffnen ein E-Mail-Fenster. perspektive 4/2010 3

4
kurz & knapp Kostenfalle Die Mitgliedschaft in der Privaten Krankenversicherung (PKV) kann sich rasch zur Kostenfalle entwickeln ­ das ergab eine Studie des Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES). Die durchschnittlichen Beiträge für eine Krankenvollversicherung in der PKV stiegen zwischen 1997 und 2008 um 52 Prozent, in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hingegen nur um 30 Prozent. Betroffen sind vor allem ältere Privatversicherte: Ihre Beiträge können sich nach 20 Jahren Mitgliedschaft in der PKV mehr als verdreifachen. Das begehbare Herz der Kinder-Akademie Fulda Gut bei Kasse Die Schwenninger BKK ist gut bei Kasse: Das ergab eine Vergleichsanalyse des Deutschen Finanz-Service Instituts (DFSI) im Auftrag des Wirtschaftsmagazins Focus Money. Angefragt wurden Finanzdaten wie Liquidität, Aufstellung der Bilanz sowie Verwaltungskosten von mehr als 150 Krankenkassen. In der Kategorie Transparenz belegte die Schwenninger BKK Platz 1, in Sachen stabile Beiträge bescheinigten die Finanzexperten den zweiten Rang und bei der Finanzkraft kam die Schwenninger BKK im Gesamtranking auf den sechsten Platz. kurz WtHR statt BMI? Eine Studie verschiedener Universitäten mit rund 11.000 Teilnehmern hat ergeben, dass sich das Krankheitsrisiko eines Menschen anhand des Body-Mass-Index (BMI) nur schlecht vorhersagen lässt. Beispielsweise sind besonders muskulöse Männer relativ schwer und erzielen deshalb einen hohen BMI, obwohl sie eigentlich gesund leben und Sport treiben. Besser geeignet zur Beurteilung des Krankheitsrisikos ist der WtHR-Wert (Waistto-Height-Ratio). Dabei wird der Taillenumfang durch die Körpergröße geteilt ­ der Anteil und die Verteilung des Körperfetts lassen sich so besser beurteilen. Es gilt: Je höher der WtHR, desto höher das Krankheitsrisiko. Herzlichen Glückwunsch! Die Resonanz auf das Gewinnspiel in der perspektive 3/2010 war überwältigend. Aus der großen Zahl an Einsendungen wurde Kerstin Owczarek aus Forst/Lausitz als Gewinnerin des Hauptpreises gezogen. Sie darf sich über einen einwöchigen Aufenthalt im Vier-Sterne-Hotel Erlebach im Kleinwalsertal freuen. Je ein Pflegeset der Firma frei erhalten: Manuela Stier (Bürgstadt), Simone Klau (Donaueschingen), Hartmut Schwab (Petersberg), Reni Schneider (Kohlhaus), Volker Klöckner (Hachenburg), Gertrud Pfeiffer (München), Margit Berner (Herrieden), Helga Engelking (Cuxhaven), Gerlinde Müller (Wiesbaden) und Irmgard Wellingerhoff (Friedrichskoog). perspektive 4/2010

5
kurz & knapp Nah am Kunden Beim Familientag der Schwenninger BKK in Künzell konnten sich Groß und Klein nach Herzenslust austoben. Mehr als 1.000 Besucher staunten am 19. September im Takka-Tukka Abenteuerland über japanische Kampfkunst, holten sich Tipps bei der Ernährungsberatung oder versuchten ihr Glück bei der Tombola. Und das alles für einen guten Zweck: Die Schwenninger BKK spendete die Einnahmen aus der Tombola in Höhe von 377 Euro der Kinder-Akademie, dem dienstältesten eigenständigen Kindermuseum in Deutschland. "Bei unseren bundesweiten Gesundheits- und Familientagen lernen wir unsere Kunden persönlich kennen. Dadurch können wir noch besser auf ihre Wünsche und Bedürfnisse eingehen", sagt Markus Herzig, Leiter Team Vertrieb Hessen der Schwenninger BKK. Mit Erfolg: Die Kasse wurde vom Handelsblatt als einer der kundenorientiertesten Dienstleister Deutschlands 2010 ausgezeichnet. Orientierung Die Schwenninger BKK hilft Betroffenen nach einem Unfall oder einer schweren Erkrankung mit einer Rehabilitationsberatung. Ziel ist es, möglichst schnell wieder gesund zu werden, ins Arbeitsleben zurückzukehren und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern. Susanne Riegger, eine speziell geschulte Beraterin der Schwenninger BKK, spricht Betroffene initiativ an und hilft ihnen, sich im Dschungel von Therapien, Zuständigkeiten, Vorschriften und Anträgen zurechtzufinden. Sie vermittelt den Kontakt zu Beratungsstellen und Selbsthilfeorganisationen und informiert zu medizinischen und beruflichen Rehabilitationsmöglichkeiten sowie zum Schwerbehinderten- und Rentenrecht. Die Rehabilitationsberaterin der Schwenninger BKK erreichen Sie per Telefon unter der Nummer 0180/255 255 55. & knapp Eine große Familie "Ich habe kaum noch Rückenschmerzen, und auch der Seele hat das richtig gut getan", freut sich Monika Malsch. Auch Monate nach dem Aufenthalt im Gesundheitszentrum der Schwenninger BKK in Oerlinghausen merkt man ihr die wiedergewonnene Lebensfreude an. Nach langjährigen Rückenproblemen und zwei Operationen war sie im Sommer 2010 für drei Wochen in Oerlinghausen zur Therapie ­ mit Erfolg: "Ich fühle mich wie neugeboren", strahlt die 63-Jährige. Auf dem Programm standen Bewegungstherapien, Ernährungsberatungen, Vorträge und Gesprächskreise. In Oerlinghausen gilt: Gesundheit ist eine Aufgabe, die jeder selbst in die Hand nehmen muss, auch nach der Therapie. Deshalb trainiert Monika Malsch zu Hause mit einem Latexband und hält sich mit Radfahren fit. Besonders begeistert ist sie von der Atmosphäre im Gesundheitszentrum: "Vom Hausmeister über die Therapeuten bis zu den Patienten ­ das war wie eine große Familie!" Widerspruch möglich Das neue "Bürgerentlastungsgesetz Krankenversicherung" regelt, dass ab 2010 die Beiträge zur Gesetzlichen Krankenversicherung und sozialen Pflegeversicherung steuerlich geltend gemacht werden können. Mit Zustimmung der Kunden kann die Schwenninger BKK die Finanzverwaltung über die Höhe der jeweiligen Beiträge informieren. Um das Verfahren zu vereinfachen, darf die Krankenkasse für langjährige Kunden die Steueridentifikationsnummer direkt vom Bundeszentralamt für Steuern erfragen. Wer das nicht möchte, kann dieser Datenabfrage und -übermittlung ab dem 15. Dezember 2010 innerhalb von vier Wochen schriftlich widersprechen. In diesem Fall wird die Schwenninger BKK keine Daten abfragen beziehungsweise an die Finanzverwaltung weiterleiten. Mehr Informationen zu Rückenschmerzen im Podcast "Drei Minuten für Ihre Gesundheit" perspektive 4/2010

6
Titelthema Wenn aus Klitzeklein großartige perspektive 4/2010

7
Titelthema nen Große werden Was haben Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Max und Moritz oder der Struwwelpeter gemeinsam? Sie alle sind Hauptdarsteller in Büchern, die sich auf unterschiedliche und manchmal augenzwinkernde Art mit der Erziehung von Kindern beschäftigen. Mittlerweile haben die Kinderbücher einige Jährchen auf dem Buckel, ihre Beliebtheit ist aber nach wie vor ungebrochen ­ und das Thema Erziehung kommt garantiert nicht aus der Mode. perspektive 4/2010

8
Titelthema "Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht." (Grundgesetz Art. 6, Abs. 2) er bei Buchhändlern eines der Kinderbücher kauft und sich anschließend gleich auf die Suche nach einem Erzie hungsratgeber macht, wird nicht ent täuscht. "Das Geheimnis glücklicher Kinder" heißt es da, oder "Kinder fordern uns heraus: Wie erziehen wir sie zeitge mäß?". So unterschiedlich die Ratschlä ge auch sein mögen ­ eines ist klar: Ein neuer Erdenbürger hält Mutter und Va ter von Geburt an auf Trab. "Erziehung" bedeutet in den ersten Mo naten vor allem, für das Neugeborene da zu sein, ihm viel Liebe und Zuneigung zu schenken. Mit dem ersten Schultag beginnt für den Nachwuchs eine neue, spannende und aufregende Zeit. Span nend wird es auch für die Eltern: Welche Schule ist die richtige? Wie viel Taschen geld soll unser Kind bekommen? Wann nehmen wir unser Kind an die Hand und wann soll es eigene Erfahrungen sam meln? Spätestens in der Pubertät po chen Jugendliche auf mehr Eigenstän digkeit. Der Traum von der großen Liebe platzt vielleicht schon nach wenigen Wo 8 chen wie eine Seifenblase, und die El tern müssen das volle Repertoire päda gogischer Fähigkeiten bieten: zuhören, Einfühlungsvermögen zeigen und in er ster Linie ganz viel Verständnis aufbrin gen. Mit 18 beginnt die Selbstständigkeit der jungen Erwachsenen zumindest auf dem Papier. Faktisch bleiben Eltern aber ein Leben lang Eltern. Und das ist auch gut so, findet DiplomPsychologin Eve line Luts (siehe auch Interview auf Sei te 11). "Eltern sollten für ihre Kinder in jeder Lebensphase ein wichtiger Ratgeber sein, das hört mit der Volljährigkeit na türlich nicht auf." Schon im 18. Jahrhundert machten sich Denker und Philosophen wie Jean Jacques Rousseau Gedanken über das Thema Erziehung. Jesper Juul, dänischer Familientherapeut, plädiert dafür, Kin der immer als gleichberechtigte Part ner zu sehen. In einem Interview mit dem OnlinePortal "Planet Interview" spricht er sich für den Dialog aus: "Das bedeutet nicht endloses reden, diskutie ren oder verhandeln. Schlichtweg: Hier bin ich, hier bist du. Ich bin dazu bereit deine Wünsche und Bedürfnisse ernst zu nehmen, dann werde ich entscheiden." Eine ande re Meinung vertritt der Kinderpsychia ter Michael Winterhoff. "Das Kind muss wieder als Kind gesehen werden", sagt er in einem Gespräch mit Welt Online. Kin der seien keine kleinen Erwachsenen. Nur wenn Kinder wieder wie Kinder be handelt würden, könnten sie in einem positiven Sinne lebensfähig werden. DiplomPsychologin Luts weiß, dass es für die perfekte Erziehung keine Blau pause gibt. Zu unterschiedlich sind Fa milien, zu individuell jedes einzelne Kind. "Bei allen guten Ratschlägen, Rat gebern und gut gemeinten Empfeh lungen: Eine allgemeingültige Anleitung zum Erziehen kann es natürlich nicht ge ben", sagt Luts. "Die Eltern haben jeweils ihre eigenen Normen und Wertevor stellungen, die sie den Kindern vermit teln wollen." Der richtige Kindergarten, die passende Schule, der perfekte Aus bildungsplatz ­ all das sind letztlich nur Leitplanken auf dem Weg zum selbstbe stimmten Erwachsenen. perspektive 4/2010

9
Titelthema Pädagogische Plätzchen Am vorweihnachtlichen Plätzchen-Backen lassen sich hervorragend unterschiedliche Erziehungsstile veranschaulichen ­ so wie bei Familie Müller. em autoritären Erziehungsstil nach braucht der kleine Fritz immer eine starke Füh rung und klare Vorgaben seiner Eltern. Daher haben Mama und Papa alle Vor bereitungen für das Backen in Eigenregie getroffen. Fritz bekommt klare Anwei sungen, schließlich sollen die Plätzchen danach exakt so aussehen wie im Buch ­ die Messlatte liegt also hoch. Vom Teig probieren darf Fritz nicht: Papa möch te nicht, dass Fritz Bauchschmerzen be kommt. Benimmt sich der Junge or dentlich, dann darf er kosten, gleich nachdem die Plätzchen aus dem Ofen kommen. Den Hund während des Rührens und Knetens zu streicheln, ist verboten. Ver hält Fritz sich nicht so, wie es die Eltern wünschen, dann muss er bis zum näch sten Tag mit dem PlätzchenEssen war ten ­ und außerdem liest ihm Papa Müller dann abends nach dem Zubettgehen nichts vor. Aber der kleine Fritz be nimmt sich und stolz präsentiert die Fa milie ihr Back werk. oder mit grünem Zuckerguss verzieren mag. Mama und Papa Müller helfen na türlich gerne, allerdings soll er seine ei genen Ideen mit einfließen lassen. Dass Fritz keinen rohen Teig essen soll, haben ihm seine Eltern erklärt. Auch den Hund soll er nicht streicheln während er die Plätzchen formt. Hierfür nennt ihm Pa pa Müller hygienische Gründe. Streichelt er den Hund dennoch, sind die Eltern enttäuscht ­ aber eine Bestrafung gäbe es wahrscheinlich nicht. Nur wenn er sich wirklich daneben benimmt, muss er heu te schon früher ins Bett. Fritz hat beim Backen unter Anleitung seiner Eltern sei ne Kreativität spielen lassen und kann so eine ganz eigene Plätzchenkreation vor zeigen. Gut vorstell bar übrigens, dass die nach den Lehren der Waldorf pädagogik ge backenen Plätzchen ähnlich aussähen: Denn Kindern soll ein großer Freiraum für Kreativität und Selbstentfaltung unter wohlwollender Anleitung gegeben werden. Hitze des Backofens nicht Stand halten, hätte ihm Mama sagen können ­ wenn sie darauf geachtet hätte. Seine Eltern warnen ihn auch nicht, zu viel von dem übrig gebliebenen, rohen Teig zu essen. Das ist aber auch nicht schlimm, denn dazu kann es nicht mehr kommen: Der Hund übernimmt die Resteverwertung. Mama und Pa pa sind nicht böse und sehen darüber hinweg. Leider vergessen sie im ganzen Backtrubel, Fritz` einzigartiges Weih nachtsgebäck zu loben. Fritz und der Hund sind der Meinung, dass die Plätz chen ganz großartig gelungen sind. In der Literatur gibt es noch zahlreiche andere Erziehungsstile ­ und damit wei tere Anleitungen zum "PlätzchenBa cken", beispielsweise der antiautoritäre Erziehungsstil oder der permissive Erzie hungsstil, eine gemäßigte Form des LaissezfaireStils. Der Laissez-faire-Erziehungsstil ver ändert das vorweihnachtliche Szenario erneut: Mama Müller möchte für ihre Familie und Freunde gerne Weihnachts Dem demokratischen Erziehungsstil plätzchen backen. Damit der kleine Fritz nach läuft das Ganze etwas anders: Den beschäftigt ist, soll er eben auch mitba Müllers ist es besonders wichtig, dass ihr cken ­ wenn er Lust hat. Fritz kann mit kleiner Sprössling sich an allen Entschei dem Stück Teig machen, was er will. Er dungen beteiligt. Er darf mitentschei knetet und verziert wild darauf los. Teil den, welche Plätzchen am Backtag aus weise dekoriert er auch schon Plätzchen dem Ofen kommen sollen. Fritz bestimmt mit Zuckerguss, die noch gar nicht im selbst, ob er das Gebäck lieber mit rosa Ofen waren. Dass diese Verzierungen der perspektive 4/2010 Lesetipp: Ebenfalls mit einem Augenzwinkern berichtet Axel Hacke in seinem Buch "Der kleine Erziehungsratgeber" über seine Erfahrungen als Papa. ISBN-Nummer: 3-88897-056-3

10
Titelthema Rastlose Kreativköpfe ADHS: Vier Buchstaben stehen für eine Krankheit, die vor allem Kinder betrifft ­ durchschnittlich etwa drei bis zehn Prozent eines Jahrgangs. In Esslingen bei Stuttgart steht die bundesweit erste ADHS-Schule. Es ist kurz nach halb 9 und Kathrin S. wünschte, sie könnte die Uhr für fünf Minuten anhalten. Der Lehrerin fehlt aber schlicht die Zeit. Felix*, ihr Schü ler, hat ADHS, eine "Aufmerksamkeits defizit und Hyperaktivitätsstörung", im Volksmund auch als "Zappelphilipp Syndrom" bekannt. Ebenso gebräuchlich ist die Abkürzung ADS für das Aufmerk samkeitsdefizitsyndrom ohne Hyper aktivität. Bei mehr als der Hälfte aller ADHSKinder sollen genetische Ursa chen für die Störung verantwortlich sein. Für viele Kinder mit ADHS scheint Ru he ein Fremdwort, sich zu konzentrie ren fällt schwer. Dazu kommt bei vielen ein starker Bewegungsdrang. Bei Felix reicht manchmal ein hupendes Auto ­ und vorbei ist es mit der Konzentrati on. Andere ADHSKinder neigen dage gen zur Tagträumerei. Felix honoriert es, wenn Kathrin S. sich intensiv um ihn kümmert. Nur: 29 andere Schüler wollen ebenfalls unterrichtet werden. Ortswechsel. Solche Herausforderungen sind auch in Esslingen nur allzu gut be kannt. Ausschließlich Kinder und Ju gendliche mit Diagnose ADHS besuchen das "Private Gymnasium Esslingen". Al le 60 möchten irgendwann ihr Abitur be stehen. Dass sie das schaffen, davon ist Schulleiter Thomas Dahm überzeugt. "Ein bisschen anders zu sein als Ande re fällt bei uns nicht auf", sagt er. Im Sep tember 2007 nahm das Gymnasium den Betrieb auf ­ und musste schon nach knapp mehr als einem Jahr Insolvenz an melden. Die von der Idee aber nach wie vor begeisterten Eltern gründeten da raufhin den Trägerverein Privates Gym nasium Esslingen. wenn Marc* vor Schulbeginn plötzlich spürt, dass er sich bewegen muss, kann es schon einmal vorkommen, dass er vor dem ersten Gong auf dem Schlagzeug im Keller die Schule rockt. "Die klinischen Erfahrungen der vergangenen Jahre zei gen, dass die ,Netzwerknutzung` des Ge hirns bei ADHSKindern durch verschie dene Funktionsstörungen tatsächlich anders ist ­ und ADHS eben nicht das Resultat ist von Überforderung, Reiz überflutung oder unzureichender Er ziehung, wenngleich diese Faktoren ei ne vorhandene ADHSStörung natürlich verstärken können", unterstreicht der Schulleiter. Dahm könnte zahlreiche Beispiele von Kindern aufzeigen, die außergewöhn liche Eigenschaften aufweisen. "Kin der mit ADHS entwickeln häufig einen sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Viele sind sehr neugierig, kreativ und zei gen oft ein sehr ausgeprägtes Empathie vermögen." Diese Fähigkeiten zu erken nen und zu fördern ­ das ist ein Ziel, das sich die Verantwortlichen des Privaten Gymnasiums Esslingen auf die Fahnen geschrieben haben. Vom "Zappelphi lipp" spricht hier schon lange niemand mehr. "Aus jedem Kind kann ein selbst ständiger, selbstbestimmter und selbst bewusster Mensch werden, auch mit der Diagnose ADHS." Davon ist Dahm über zeugt ­ und seine Schule liefert die be sten Beweise dafür. * Namen geändert perspektive 4/2010 Gymnasium in Eigenregie Schon im Januar 2009 ging der Schul betrieb weiter ­ seither führt der Ver ein das Gymnasium in Eigenregie und in enger Zusammenarbeit mit Fachwis senschaftlern. Das Private Gymnasium Esslingen setzt auf ein "störungsfreies Umfeld", was nichts anderes bedeutet als feste, gleich bleibende und für die Schü ler vorhersehbare Strukturen. Der Unter richt mit maximal 15 Schülern pro Klas se dauert von 8.25 Uhr bis 16.25 Uhr. Die Lehrer unterstützen bei den Hausaufga ben, ein psychologischpädagogisches Team steht Schülern und Lehrern tat kräftig zur Seite. Auch für die Freizeit macht die Schule den Kindern Angebote: Wer sich austoben möchte, hat beim Zir keltraining oder beim Karate die Gele genheit dazu. Andere Kinder lernen beim Schach, strukturiert zu denken. Und Weitere Informationen zur Schule in Esslingen unter www.privates-gymnasium.de

11
Titelthema Die Eltern abholen Im Interview gibt Eveline Luts Tipps für Eltern mit ADHS-Kindern. Sie ist Diplom-Psychologin und Inhaberin der Pädagogisch Therapeutischen Einrichtung (PTE) in Göppingen. Frau Luts, worin liegen die Ursachen für dieses Krankheitsbild und welche Anzeichen deuten auf ADHS hin? Verschiedene Faktoren begünstigen ADHS ­ dazu zählen psychische und soziale, aber auch biologische Faktoren. Oft ist die neuronale Signalverarbeitung im Gehirn gestört, was die Reiz- und Informationsverarbeitung verändert. Kinder mit ADHS nehmen sehr viel aus ihrer Umwelt gleichzeitig wahr und lassen sich leicht ablenken. Sie haben kurze, aber außerordentlich intensive Aufmerksamkeitsspannen. Auch Anweisungen zu befolgen und regelmäßigen Tätigkeiten nachzugehen bereitet Schwierigkeiten. Oft entsteht ein Teufelskreis, dem das Kind und die Familie ohne fachkundige Unterstützung nicht entkommen können. Bei einem so breiten Ursachen-Spektrum ­ wie sieht denn der Therapie-Ansatz bei ADHS aus? Gibt es überhaupt "die" ADHS-Therapie? Basis ist eine interdisziplinäre Diagnostik. Das heißt, Arzt, Verhaltenstherapeut und gegebenenfalls andere Fachstellen erstellen gemeinsam eine Diagnose, auf deren Grundlage dann ein spezifischer Therapieplan ausgearbeitet wird. Eine zielorientierte Therapie muss auf mehreren Säulen ruhen ­ und sie muss das gesamte familiäre und schulische Umfeld des Kindes einbeziehen. Die Säulen sind: Aufklärung, Strategievermittlung, Selbstbeobachtung und Training. Diplom-Psychologin Eveline Luts Welche einfachen Tipps und Empfehlungen können Sie Eltern und ihren Kindern geben, damit ADHS langfristig nicht den Alltag dominiert und die Lebensqualität wieder steigt? Es gibt auch positive Seiten: Kinder mit ADHS sind offen für alles Neue und zeichnen sich durch hohe Kreativität aus. Sie haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, sind sehr hilfsbereit und nicht nachtragend. ADHS-Kinder haben also nicht nur Defizite und Störungen. Es ist wichtig, das Kind in seiner Entwicklung zu stärken, wichtig zu zeigen, dass es ein "toller" Mensch ist. Gleichzeit sollten Erwartungen an das Kind laufend geklärt, geprüft und gegebenenfalls korrigiert werden. Es ist wichtig, konsequent zu sein und sich an Abmachungen zu halten ­ denn das erwartet das Kind von seinen Eltern. Das vollständige Interview mit Eveline Luts können Sie hier nachlesen. Weitere Informationen auch auf www.pte-goeppingen.de perspektive 4/2010

12
Titelthema Winterexperimente zum Selbermachen In der kalten Jahreszeit gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den Winter von seiner netten Seite kennenzulernen. Ein paar gewöhnliche Haushaltsutensilien machen aus Kindern schnell große Polarforscher ­ und bringen ihnen ganz nebenbei die Eigenschaften von Wasser, Schnee und Eis näher. Wetten, dass beim ein oder anderen Experiment auch die Eltern ins Stau nen kommen? Einfach ausprobieren, überraschen lassen und erst nach Abschluss des Experiments die Lösung unten lesen. Schneeballschlacht Sie benötigen: Schnee, Handschuhe Das erste Experiment ist einfach und macht der ganzen Familie Spaß: eine Schneeballschlacht. Wer die besseren Kugeln formen will, sollte seine Handschuhe ausziehen. Das gibt zwar kalte Hände, aber die Schneebälle gelingen besser. Aber warum eigentlich? Eiswürfel angeln Sie benötigen: Glasschüssel, Wasser, Eiswürfel, Faden und ein Gewürz, das in jedem Küchenschrank zu finden ist. Knobeln Sie mit Ihren Kindern, was gemeint sein könnte! Eine knifflige Geschichte: Der Eiswürfel schwimmt im Glas, aber wie bekommt man ihn heraus, ohne ihn mit den Händen zu berühren? Nur der Faden darf als Hilfsmittel verwendet werden ­ und das Gewürz. Wenn sich Wasser breit macht Sie benötigen: Glas mit Schraubdeckel, Wasser, Gefrierfach/Minustemperaturen Einfach das Glas randvoll mit Wasser füllen, den Deckel lose obendrauf legen und ab damit in das Gefrierfach ­ oder bei Minustemperaturen einfach auf den Balkon stellen. Was passiert nach einiger Zeit? Eisberg voraus Sie benötigen: größere Glasschüssel, kleinere Plastikschüssel, Wasser, Gefrierfach/Minustemperaturen Füllen Sie gemeinsam mit Ihren Kindern die kleinere Plastikschüssel mit Wasser. Stellen Sie sie für einige Stunden ins Gefrierfach oder bei Minustemperaturen an die frische Luft. Füllen Sie in der Zwischenzeit die Glasschüssel so, dass noch etwas Abstand zum Schüsselrand bleibt. Den Wasserstand außen an der Schüssel mit einem Filzstift markieren. Nach einiger Zeit den Eisberg aus der Plastikschüssel lösen und in die Glasschale legen. Markieren Sie den neuen Füllstand. Aber wie hoch steht das Wasser, nachdem der Eisblock geschmolzen ist? Schneeballschlacht: Wer sich traut und die Handschuhe auszieht, bringt durch die warmen Hände die äußere Schicht des Schneeballs zunächst zum Schmelzen. Kurz danach gefriert diese Schicht zu Eis, der Schneeball wird fester. Die Handschuhe geben dagegen nur wenig Wärme ab. Eiswürfel angeln: Legen Sie den Faden auf den Eiswürfel. Streuen Sie danach etwas Salz genau auf die Stelle, wo der Faden den Eiswürfel berührt. Durch das Salz schmilzt das Eis ­ um kurz darauf gleich wieder zu gefrieren. Sobald es wieder gefriert, friert auch der Faden am Eiswürfel fest. Wenn es nicht sofort klappt, einfach mehrmals mit unterschiedlicher Salzmenge ausprobieren. Wenn sich Wasser breit macht: Der Deckel liegt am folgenden Tag vermutlich eine Etage höher. Das Wasser ist gefroren, das Eis steht weit über den Glasrand hinaus. Denn die Wassermoleküle bilden beim Gefrieren sechseckige Kristallstrukturen (Hexagon), die mehr Volumen benötigen. Eisberg voraus: Der Eiswürfel verdrängt genau die Wassermenge seines Gewichts. Schmilzt er, bleibt der Wasserpegel exakt gleich hoch. Übrigens: Der Mini-Eisberg schwimmt zunächst, weil die Dichte des Eises geringer ist als die des Wassers. Denn Wasser zieht sich bei Kälte nicht wie die meisten anderen Stoffe zusammen, sondern dehnt sich aus, die Dichte wird geringer. perspektive 4/2010

13
Titelthema Wenn ich groß und stark bin Wie viel Taschengeld soll der Sprössling bekommen? Wie lange darf die Tochter am Wochenende auf die Party der besten Freundin? Eine Spielekonsole, oder lieber doch den Malkasten ­ was ist das passende Weihnachtsgeschenk? Über diese und andere Fragen lässt sich in jeder Familie trefflich streiten. Was unstrittig ist: Die richtige Mischung aus Bildung, Ernährung und Sport erleichtert den Einstieg in ein gesundes, selbstbestimmtes und aufgeklärtes Leben. Die Basis für einen gesunden Lebensstil wird in jungen Jahren gelegt. Die Studie "Klasse in Sport" der Deutschen Sporthochschule Köln bei spielsweise zeigt die Erfolge einer effizienten Gesundheitsvor sorge im Kindesalter auf. Die Schwenninger BKK unterstützt beim GroßundStarkwerden mit verschiedenen Bausteinen. 18 17 16 15 14 13 12 Berufsstarter oder Studenten erhalten von der Schwenninger BKK alle Informationen für einen guten Start in einen neuen Lebensabschnitt, zum Beispiel ein Bewerbungs-ABC, einen Azubi-Knigge oder Tipps für das Bewerbungsgespräch. Mehr dazu auch unter www. ab-in-die-ausbildung.de Die Schwenninger BKK kooperiert mit zahlreichen Schulen rund um die 14 Geschäftsstellen ­ mit Erfolg: Die Demenz- oder auch die AIDS-Aufklärung beispielsweise stoßen bei den Schülern auf großes Interesse. 11 10 9 8 7 Mit dem Grundschul-Check U10 und dem Schüler-Check U11 schließt die Schwenninger BKK die Lücke zwischen den Vorsorgeuntersuchungen U9 und J1. Im Mittelpunkt stehen die Anforderungen des Schulalltags oder Computer- und Fernsehgewohnheiten. Je mehr Kinder, desto wohler fühlt sie sich: Bei Familientagen oder auch in Kindergärten hat Florina, die Handpuppe der Schwenninger BKK, ihren großen Auftritt ­ und bringt den Kleinen das Thema Gesundheit spielerisch näher. 6 5 4 Mit dem Programm BabyCare schnürt die Schwenninger BKK künftigen Eltern ein Paket zum Thema Frühgeburtenvermeidung. Dazu zählen unter anderem ein umfangreiches Handbuch, ein Tagebuch und eine Rezeptbroschüre. Prävention kann nicht früh genug beginnen ­ dazu gehört auch die Vorsorgeuntersuchung U7a für ungefähr dreijährige Kinder. 3 2 1 perspektive 4/2010

14
Brennpunkt "Wir gestalten aktiv die Politik des Unternehmens mit", sagen Karl-Heinz Gula, Verwaltungsratsvorsitzender der Versichertenvertreter, und Jürgen Beetz, alternierender Verwaltungsratsvorsitzender der Arbeitgeberseite der Schwenninger BKK. Die perspektive sprach mit den Vorsitzenden der Selbstverwaltung der Schwenninger BKK. "Mit dem Vorstand Die Finanzierung des deutschen Gesundheitssystems wird gerade stehend angezählt. Was macht Sie so sicher, dass die Schwenninger BKK sich behaupten kann? Jürgen Beetz: Wir brauchen definitiv Planungssicherheit und hoffen, dass die Politik uns endlich diese Verlässlichkeit geben kann. Denn ohne diese Verlässlichkeit können wir nicht langfristig planen. Bei allen Unsicherheiten und Unwägbarkeiten, die uns aus Berlin drohen, ist die Schwenninger BKK dank einer vorausschauenden und nachhaltigen Finanzpolitik bestens für die kommenden Jahre aufgestellt. Karl-Heinz Gula: Dem kann ich nur zustimmen. In der Tat blicken wir höchst zuversichtlich in die Zukunft. Das liegt an unserer zukunftsfähigen Finanzpolitik ­ Herr Beetz sagte es bereits ­ und an unserer Prozessorientierung. Alle Arbeitsschritte sind an optimalen Prozessen ausgerichtet, orientieren sich am Kunden und werden von einer leistungsfähigen Informationstechnologie unterstützt. Dafür werden wir innerhalb der Branche häufig gelobt und haben dafür sogar einen europäischen Preis erhalten. 14 Auch 2011 will die Schwenninger BKK unter den derzeitigen Rahmenbedingungen keine Zusatzbeiträge verlangen. Ist das im Zuge steigender Ausgaben für ärztliche Leistungen und vor allem für Medikamente überhaupt noch haltbar und sinnvoll? Karl-Heinz Gula: Aufgrund unseres grundsoliden und nachhaltigen Umganges mit den Ressourcen haben wir es geschafft, unter den derzeitigen Voraussetzungen auch 2011 keinen Zusatzbeitrag zu erheben. Davon profitieren unsere Versicherten. Allerdings hat sich die Regierung von der Pharma-Lobby beeinflussen lassen ­ zum Nachteil für die Versicherten. Ein- und dasselbe Arzneimittel ist in Deutschland deutlich teurer als im europäischen Ausland, obwohl das Medikament hier entwickelt und produziert wird. Da hätte man mehr sparen können. Jürgen Beetz: Die Schwenninger BKK hat sich über die Jahre ein stabiles Finanzpolster erarbeitet. Wir haben beispielsweise auf der Ausgabenseite mit Ärzten, Krankenhäusern und Arzneimittelherstellern Vereinbarungen über bessere Preise getroffen, bei gleichbleibend hohen Leistungen für die Versicherten. Minister Rösler möchte die Kosten im Gesundheitssystem senken und unter anderem die Verwaltungskosten von Krankenkassen deckeln, um deren Arbeit effizienter zu machen. Wird ein Gremium wie der Verwaltungsrat da nicht schon aus wirtschaftlicher Sicht überflüssig? Jürgen Beetz: Der Verwaltungsrat ist das Gremium, bei dem Kunden der Schwenninger BKK ­ Arbeitgeber wie Versicherte ­ aktiv die Politik des Hauses mitgestalten können. Und diese Aufgabe nehmen wir sehr ernst. Etwas anderes ist die Frage, ob eine Deckelung der Verwaltungskosten die Effizienz einer Kasse erhöht. Ob mit oder ohne Deckel, die Arbeit einer Kasse muss effizient sein. Da bringt eine Deckelung gar nichts. Karl-Heinz Gula: Wissen Sie, nicht umsonst sind Schwaben dafür bekannt, dass sie gut mit Geld umgehen können. Um das regelmäßig zu überprüfen, gibt es den Verwaltungsrat. Wir sind die Selbstverwaltung der Kasse und arbeiten mit dem Vorstand auf Augenhöhe. Daher sind wir ein Kontrollorgan, das in Deutschland eine lange und erfolgreiche Tradition hat ­ und das ist eine Form von Nachhaltigkeit, auf die wir auch zu Recht sehr stolz sind. perspektive 4/2010

15
Brennpunkt Karl-Heinz Gula (links) und Jürgen Beetz (rechts), die Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Schwenninger BKK, im Gespräch. schreibt schwarze Zahlen. Und letztlich wird der Kunde unseren Weg bestimmen. Im kommenden Jahr stehen die Sozialwahlen an. Warum sollten Sie wieder gewählt werden? Karl-Heinz Gula: Weil wir frei von politischen Zwängen und Einflüssen sind. Wir urteilen und entscheiden immer zum Wohle unserer Versicherten. Außerdem gehöre ich seit mehr als 40 Jahren der Selbstverwaltung an, und dieses Knowhow wird im Gremium gebraucht. Jürgen Beetz: Für mich ist diese Aufgabe ein soziales Engagement in einem Bereich, der äußerst wichtig ist. Wie Herr Gula blicke ich auf ein langes Berufsleben an der Spitze eines mittelständischen Unternehmens zurück und bin schon lange im Verwaltungsrat aktiv. Und diese berufliche Erfahrung möchte ich einbringen. Und zum Abschluss interessiert uns noch: Sie vertreten unterschiedliche Interessen ­ Arbeitgeber und Versicherte. Wie einigen Sie sich? Jürgen Beetz: Das ist eine schöne Frage. Theoretisch müssten wir aufeinander los gehen, weil die Pole ­ Arbeitgeber und Arbeitnehmer ­ schon extrem sind. Klar gibt es unterschiedliche Interessen. Aber wo gibt es die nicht? Es wäre beschämend, diese unterschiedlichen Interessen nicht einem großen Ganzen unterzuordnen. Es gibt immer wieder Diskussionen. Aber wir haben eine ausgezeichnete Streitkultur. Und innerhalb der Kassen-Landschaft hat sich herumgesprochen, dass wir besonders gut und harmonisch zusammenarbeiten ­ immer zum Wohle der Kunden. Karl-Heinz Gula: Ich meine, Herr Beetz, so weit liegen wir gar nicht auseinander. Arbeitgeber wollen gesunde Mitarbeiter und wir wollen für unsere Versicherten optimale Leistungen und eine solide und nachhaltige Finanzierung. Wir haben zum Wohle unserer Versicherten immer die optimalen Kompromisse gefunden. 15 Das Interview in voller Länge: www.schwenninger-bkk.de/interview auf Augenhöhe" In den vergangenen Jahren trieb die Fusionitis unter deutschen Krankenkassen zum Teil wilde Blüten, und auch die Schwenninger BKK hat sich mit zwei Kassen zusammengeschlossen. Dabei ist doch hinlänglich bekannt, dass Kassen dadurch nicht zwingend effizienter werden. Karl-Heinz Gula: Der Verwaltungsrat hat dem Vorstand die Vollmacht für weitere Fusionen gegeben. Solche Bestrebungen münden aber nur dann in eine Fusion, wenn es passt. Wir haben bei den vergangenen Zusammenschlüssen eine beispielhafte Integration geschafft und sind eine starke Familie geworden, bei der jeder die Wünsche des anderen respektiert. Und nicht zuletzt haben wir mittlerweile eine große Erfahrung und wissen, wie man solche Projekte reibungslos über die Bühne bringt. Jürgen Beetz: Es geht doch um zwei Fragen: fusionieren, um groß zu werden, oder fusionieren aus strategischen Gründen? Wir haben uns immer aus strategischen Gründen dafür entschieden und hatten dabei den klaren Fokus auf der Region. Aber selbst wenn diese Voraussetzung gegeben ist, müssen die Kulturen passen. Erst dann kann man die perspektive 4/2010 Effizienz steigern und voneinander lernen. Um abseits davon Synergie-Effekte zu heben, sind wir Gründungsaktionär der "Gesellschaft für Wirtschaftlichkeit und Qualität bei Krankenkassen". Die GWQ Plus Service AG repräsentiert rund 7,1 Millionen Versicherte und macht eine intelligente Einkaufspolitik möglich. Kann sich die Schwenninger BKK denn überhaupt noch gegen die Großen im Gesundheitsmarkt behaupten, oder droht die Kasse in der Bedeutungslosigkeit zu versinken? Jürgen Beetz: In der Industrie erleben wir, dass nicht die großen Dampfer die Richtung vorgeben. Sondern es sind die kleinen und mittleren Unternehmen, die wesentlich innovativer sind. Und das gilt für Kassen ganz genau so. Wir müssen besser als die anderen sein. Dann kann man die Richtung bestimmen. Wir haben eine Größe, bei der wir sehr flexibel sind und kurze Entscheidungswege haben. Karl-Heinz Gula: Das sehe ich genauso. Die Größe ist nicht entscheidend. Wichtig ist, dass wir interessant für unsere Kunden sind. Und das sind wir eindeutig, denn die Schwenninger BKK wächst und

16
Wissen Kein Traum-Duo Nicht jeder verträgt sich mit jedem: Hunde nicht mit Katzen, Wasser nicht mit Öl und manches Medikament nicht mit einem anderen. xperten sprechen von Wechsel wirkungen, wenn sich zwei Me dikamente oder ein Medikament und ein Nahrungsmittel gegenseitig be einflussen. Dabei können sich die ge wünschten Medikamentenwirkungen als auch deren Nebenwirkungen verstärken oder abschwächen. Für den Patienten äu ßert sich das wie eine Über oder Unter dosierung. Auch neue Wirkungen sind möglich, von Kopfschmerzen über Blut druckschwankungen bis zu Herzrhyth musstörungen. Etwa 5.000 Medikamen tenwechselwirkungen sind bekannt. Verständlich, dass Ärzte und Apothe ker auf Nachschlagewerke zurückgreifen müssen, um unerwünschte Wirkungen auszuschließen. Doch um das Risiko für Wechselwirkungen zu verringern, müs sen Ärzte und Apotheker wissen, welche Arzneimittel ein Patient einnimmt. Da bei sind sie auf dessen aktive Mithilfe an gewiesen. Patienten sollten deshalb nicht nur den Beipackzettel eines Medikaments lesen, sondern auch ihren Arzt oder Apotheker nach Wechselwirkungen fragen, wenn zusätzlich zur bisherigen Arznei neue Mittel eingenommen werden sollen. Podcasts zum Thema Arzneimittel finden Sie unter www.schwenninger-bkk.de/gesundheitstipps Beispielsweise sind diese Kombinationen zu vermeiden Medikament Nahrungsmittel Wirkung Abschwächung bis Wirkungslosigkeit, Antibiotika werden vom Körper nicht aufgenommen Herzrasen, Schlafstörungen, Erregungszustände, Koffein wird langsamer abgebaut Antibiotika (Tetracycline) Milchprodukte, Calcium, Magnesium Antibiotika (Gyrasehemmer) Kaffee, Tee, Cola Antidepressiva (MAO-Hemmer) Lebensmittel mit hohem Eiweißgehalt wie Fleisch und Käse Gefährliche Blutdrucksteigerung Blutdrucksenker, Medikamente gegen Allergien, Schlafmittel und andere Grapefruit/-saft Wirkungsverstärkung, Medikamente werden langsamer abgebaut Schmerzmittel (Paracetamol) Ballaststoffreiche Lebensmittel (Müsli, Vollkornbrot) Abschwächung, Paracetamol wird langsamer aufgenommen perspektive 4/2010

17
Wissen Qualität hoch, Preis niedrig Wer große Mengen bei einem Anbieter kauft, kann Rabatte aushandeln. Das nutzt die Schwenninger BKK bei Arzneimitteln. Krankenkassen können mit Arznei mittelherstellern Verträge über exklusive Abnahmen ihrer Präparate abschließen. Dafür gewähren die Hersteller Rabatte. So sparte die Gesetzliche Krankenkasse vergangenes Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag. sparten Mittel zur Finanzierung der medizinischen Versorgung und zum Ausbau der Leistungen. Ferner tragen die Verträge dazu bei, dass Kunden der Schwenninger BKK auch 2011 keinen Zusatzbeitrag zahlen. Die Ausschreibungsgewinner sind Toch terfirmen renommierter Hersteller wie Hexal (1 A Pharma), Stada (Aluid) oder Teva/Ratiopharm (AbZ, ct). Weitere In formationen gibt es auf www.schwennin gerbkk.de und im Newsletter. Dann ist auch bekannt, für welche Medikamente Zuzahlungen ab Februar 2011 voraus sichtlich entfallen. Bei fast 40 Prozent der ausgeschriebenen Wirkstoffe müssen Kunden der Schwenninger BKK nach ak tuellem Stand keine Zuzahlung leisten. Die kostenlose BKKArzneimittelbera tung gibt telefonisch gerne weitere Aus künfte (0800/25574276). Was ändert sich? Eventuell erhalten Kunden der Schwen ninger BKK ihr Medikament in der Apo theke von einem anderen Hersteller. Wirksamkeit, Wirkstoff, Qualität und Stärke des Medikaments bleiben unab hängig vom Hersteller aber gleich ­ da rauf haben spezialisierte Apotheker bei der Vertragsabstimmung sehr geachtet. Neue Verträge für 54 Wirkstoffe Stichtag ist der 1. Februar 2011: Dann schließt die Schwenninger BKK über die GWQ Service Plus AG neue Rabatt verträge mit Arzneimittelherstellern über insgesamt 54 Wirkstoffe ab. Die GWQ Service Plus AG ist eine Koopera tion mehrerer Betriebskrankenkassen und umfasst rund sechs Millionen Ver sicherte. Dank dieser Marktmacht kann sie günstige Konditionen aushandeln. Davon profitieren Kunden der Schwen ninger BKK. Die Kasse nutzt die einge Was bleibt gleich? Auf die Arzneimittelsicherheit legt die Schwenninger BKK größten Wert: Die neuen Rabattverträge wurden nur für Wirkstoffe abgeschlossen, bei denen eine Umstellung auf einen anderen Herstel ler unproblematisch ist. Bei Arzneimit teln wie Insulin, Asthmasprays und Mar cumar® bleiben darum die alten Verträge bestehen, hier ändert sich nichts. Sagen Sie uns Ihre Meinung Seit einem Jahr hat die perspektive, das Kundenmagazin der Schwenninger BKK, ein neues Aussehen und andere Inhalte. Jede Ausgabe möchte informieren, unter halten und unseren Kunden einen prak tischen Nutzen bieten. Immer wieder erreichen uns Reaktionen von Leserinnen und Lesern mit loben den Worten, Hinweisen oder auch Anre gungen. Für die Redaktion der perspek tive ist diese Rückmeldung der Kunden wichtig um zu wissen, ob die Themen auswahl stimmt, ob die Aufmachung an kommt und die Gewichtung passt. Des halb möchten wir gerne wissen: Wie gefällt Ihnen die perspektive? Sagen Sie uns Ihre Meinung. Wir haben dafür ei perspektive 4/2010 nen Fragebogen vorbereitet, den Sie im Internet unter www.schwenningerbkk. de/umfrage finden und der unter ande rem Beiträge aus der aktuellen Ausgabe aufgreift. Teilnahmeschluss für die Um frage zur perspektive ist 31. Januar 2011. Mitmachen lohnt sich, denn wir ver losen unter allen Teilnehmern zehn Gutscheine für leckere Obst und Ge müsekisten von bringmirbio.de, dem Ko operationspartner der Schwenninger BKK beim OnlinePortal "myFitbook". Regelmäßige Besucher von myFitbook. de wissen es bereits: Auch dort können Sie jede Woche eine Obst und Gemüse kiste von bringmirbio.de gewinnen. Reinschauen und mitmachen lohnt sich. Die Schwenninger BKK verlost zehn Obst- und Gemüsekisten von bringmirbio.de. 17

18
Leben Kneifen gilt nicht ... ... denn auch im Winter gibt es viele Möglichkeiten, sich fit zu halten. Nicht nur auf der Skipiste, auch vor der Haustüre. Wir haben einige Tipps für Sie. Damit Sie Gebäck und Weihnachtsgans so richtig genießen können. Joggen und Walken ... ... geht auch im Winter. Es muss ja nicht im dunklen Park sein. Laufen können Sie auch auf geräumten Gehwegen. Aber Vorsicht: Auf Asphalt sind gute Schuhe besonders wichtig. Reflektierende Bän der und helle Kleidung schützen davor, von anderen übersehen zu werden. Und wenn es doch mal dunkel wird, hilft eine Stirnlampe. Schlitten fahren ... ... ist nicht nur etwas für Kinder. Ein ge eigneter Hang findet sich fast überall. Schon der Weg dorthin ist ein ideales Aufwärmtraining. Und wenn Sie nach der lustigen Talfahrt wieder den Berg hinauf stapfen, tun Sie etwas für die Kondition und versorgen den Körper mit Sauerstoff. Sportgerät wiegt etwa 4,3 Kilogramm und besteht aus einem Metallkör per, verschiedenen Laufsohlen so wie dem Stiel. Das verwandte Curling spielt man mit etwa 19 Kilogramm schweren Sportgeräten, die aus schot tischem Granit hergestellt werden. Näheres dazu finden Sie unter www.eisstockverband.de Schlittschuh laufen ... ... macht einfach Spaß! Fast überall gibt es ein Eislaufstadion oder ­ wenn es kalt genug ist ­ gefrorene Flächen. Meist kann man dort auch Schlittschuhe aus leihen. Handschuhe nicht vergessen! Sie halten die Hände warm und schützen, wenn man doch einmal nähere Bekannt schaft mit dem Eis macht. Eine gute und nicht ganz so kalte Alternative ist der Umstieg auf InlineSkater. Das geht auch im Winter ­ zum Beispiel in der "arena geisingen" in der Nähe des Bodensees. So können Sie auch in der dunklen Jahres zeit diesem Sommersport frönen. Infos zur IndoorArena finden Sie unter www.arenageisingen.de Langlaufen ... ... ist in vielen Regionen und nicht nur im Gebirge möglich, oft auf Wald und Spazierwegen fast vor der Haustür. Die se Ausdauersportart an der frischen Luft stärkt Herz und Kreislauf und verbrennt ordentlich Kalorien. Zudem werden fast alle Muskelgruppen trainiert und ein seitige Belastungen vermieden. Wichtig ist, wie bei allen Sportarten im Freien, at mungsaktive Kleidung. Eisstockschießen ... ... klingt zwar stark nach Winter, man kann diese traditionelle Sportart aber auch auf anderen Bahnen wie Asphalt oder Kunststoff ausüben. Dabei wird ein Eisstock mit Schwung zum Gleiten ge bracht ­ er sollte dann möglichst exakt am Zielpunkt stehen bleiben. Das Sammeln Sie bei Ihren Wintersport-Aktivitäten Kilometer und tragen Sie diese ein auf www.myFitbook.de ­ für Sie und einen guten Zweck Podcasts zum Thema "Fit durch den Winter" und "Laufen in der Kälte" perspektive 4/2010

19
Leben Weihnachten international Alles andere als eine Stille Nacht uf der ganzen Welt feiert man Weihnachten. Doch auch hier gilt: Andere Länder, andere Sitten. In Großbritannien tragen Fami lien oder Freunde beim gemeinsamen Feiern lustige Papierhüte und öffnen Knallbonbons wie an Silvester. Auf den Tisch kommt "Gregor", ein mit Äpfeln, Hackfleisch, Brot und Pflaumen ge füllter Truthahn. Nach dem Festessen versammelt sich die Familie vor dem Fernseher, um die Rede der Queen zu verfolgen. Anschließend wird die Fei er mit Kindern und Enkeln ins nächste Pub verlegt. Zur Weihnachtszeit gehört auf der Insel auch der berühmte Kuss unterm Mistelzweig. Am zwölften Tag nach Weihnachten werden die Zweige traditionell verbrannt, nur so können die Geküssten heiraten. Weiter im Norden Europas liegt Schwe den. Dort ist warme Kleidung an Weih nachten das A und O. Klar, ist ja auch ziemlich kalt draußen. Nun, an Weih nachten empfiehlt sich der Schnee anzug auch für drinnen. Warum? Es ist Julklapp. Freunde, Bekannte und Nachbarn laufen an Heiligabend durch die Nachbarschaft, klopfen schnell an die Tür und werfen dann ihre Geschenke durch die Fenster. So weiß niemand, welches Geschenk von wem kommt. Dazu müs sen die Fenster natürlich offen sein, sonst gibt es Scherben. Im Nachbarland Finnland geben sich Kollegen um die Weihnachtszeit recht offenherzig und besuchen gemein sam die Sauna ­ mit dem Chef und völ lig unbekleidet. An Heiligabend steht dann Familiensaunieren auf dem Plan. Am 13. Januar findet der traditionelle Christbaumtanz statt. Alle fassen sich an den Händen, tanzen um den Baum und singen Weihnachtslieder. Wer an diesem Tag durch die Straßen läuft, sollte die Augen offenhalten, denn die alten Weihnachtsbäume werden ein fach aus dem Fenster geworfen. Ein weiteres Highlight Finnlands ist die Stadt Rovaniemi ­ die offizielle Hei matstadt des Weihnachtsmanns. Im Weihnachtsmanndorf hat Santa sein Postamt. Jeder kann dem Weihnachts mann seine Wünsche per Post schicken oder auch Weihnachtsbriefe bestellen, die zu Weihnachten in alle Welt verschickt werden (Inter netAdresse: http://www.posti.fi/po stimerkkikeskus/jpp/en_index.html). Für Kinder ist auch der SantaPark in Rovaniemi eine tolle Attraktion. Weih nachtselfen basteln und backen hier mit ihnen gemeinsam, und mit et was Glück ist sogar eine Audienz beim Weihnachtsmann möglich. Zu guter Letzt ein Blick ans andere En de der Welt: Australien. Dort ist En de Dezember Hochsommer, wodurch weiße Weihnachten grundsätzlich aus fallen. Doch die Australier können auch ohne Schnee feiern. Die Weih nachtsparty wird an den Strand verlegt, der Weihnachtsmann trägt Badeho se und braust mit Wasserski von einer Party zur nächsten. In großen Städten wie Sydney und Melbourne finden je des Jahr die "Carols by Candlelight" statt: Hunderttausende kommen und lauschen berühmten Sängern, Chör en und Symphonieorchestern, die be kannte Weihnachtslieder zum Besten geben. perspektive 4/2010

20
Auszeit Mehr Bilder von der Fränkischen Schweiz in der Bildergalerie Fränkische Idylle Weitere Infos zur Fränkischen Schweiz unter www.fraenkische-schweiz.com oder unter www.frankentourismus.de. Eine detaillierte Karte der Gegend finden Sie hier. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Bäuerlich romantische Täler, beschauliche Dörfer und malerisch gelegene Schlösser ­ die Fränkische Schweiz zwischen Bamberg, Bayreuth und Nürnberg ist ein Erlebnis. perspektive 4/2010

21
Auszeit Schneeschuh-Wanderung Burg und Basilika Gößweinstein as knirschende Geräusch des Schnees unter den Füßen, sonst nichts als Ruhe. Die acht Kilometer lange Wanderung von Prüllsbirkig zur Burgruine Hollenberg ist traumhaft und mit Schneeschuhen auch im Winter zu gehen. Tierspuren geben dem SchneeschuhWanderer das Gefühl, ganz nah an der Natur dran zu sein. Gleichzeitig kurbelt das Stapfen mit den überdimensionalen Schuhen den Kreislauf an. SchneeschuhWandern eignet sich pri ma, um die Schönheit der Fränkischen Schweiz im Winter zu erkunden. Wenn ­ wie im vergangenen Jahr ­ bis zu 50 Zen timeter Schnee liegen, ist das eine feine Sache. Doch im Gegensatz zur Nachbar region, dem Fichtelgebirge, ist es hier in der kalten Jahreszeit nicht immer weiß. Die Fränkische Schweiz ist kein klas sisches Wintersportgebiet. Leuchtende Berghänge Ist die herrliche Landschaft jedoch in schönstes PuderzuckerWeiß gehüllt, freuen sich Einheimische und Besu cher besonders auf die Lichterfeste in der Weihnachts und Neujahrszeit. Viele kleine Talorte feiern ihren "Tag der ewi gen Anbetung" mit Lichterprozessionen und Bergfeuern. An den Hängen um den Ort werden dazu nach Einbruch der Dunkelheit Tausende kleiner Holzfeuer angezündet. Durch den weißen Schnee erleuchten die Feuer die Hänge magisch. Nahezu magisch ist auch die Atmosphäre auf dem Weihnachtsmarkt in Forchheim, eine sehenswerte und gemütliche Alter native zum hektischen Christkindles markt in Nürnberg. Forchheim schmückt sich mit einem eigenen Krippenweg und dem "schönsten Adventskalender der Welt": dem Forchheimer Rathaus inmit ten eines der malerischsten Fachwerken sembles Frankens. Allabendlich öffnet ein Engel im Rathaus ein Fenster. Region der Rekorde Ob der Forchheimer Adventskalender tatsächlich der schönste der Welt ist, mag Geschmackssache sein. Einige an dere Rekorde der Fränkischen Schweiz sind Tatsache. Zum Beispiel befindet sich laut GuinnessBuch der Rekorde in Bie berbach bei Egloffstein der größte Oster brunnen der Welt mit mehr als 11.000 handbemalten Eierschalen. Die Fränkische Schweiz gilt zudem als größtes zusammenhängendes Süßkir schenAnbaugebiet Europas. Ein klei ner Ort macht mit weniger Prozentigem von sich reden: Gemessen an der Zahl seiner Einwohner (1.400) hat Aufseß die größte Brauereidichte der Welt ­ mit Wanderer vor Schloss Unteraufseß Rast auf dem Hummerstein über dem Wiesent-Tal perspektive 4/2010

22
Auszeit Tipps für einen perfekten Trip Was essen? Die fränkische Küche ist deftig, bodenständig und preiswert mit Bratwürsten, Schäufele und Klößen. Bekannt ist die Fränkische Schweiz auch für die "flüssige Nahrung" aus zahlreichen Kleinbrauereien. Geheimtipp: Der Charlemagner, ein Apfelsekt aus der Umgebung Forchheims. Wie hinkommen? Die Fränkische Schweiz ist von den Autobahnen A9, A70 und A73 umgeben. Mit der Bahn: Nürnberg und Bamberg sind ICE-Bahnhöfe, Bayreuth ist über den Nahverkehr erreichbar. Zwischen diesen drei Städten und zwischen Forchheim und Ebermannstadt gibt es gute Regionalverbindungen. nur vier Braustätten. Weitere 70 Klein und Kleinstbrauereien finden sich in der Fränkischen Schweiz, die damit die größte Brauereidichte in Oberfranken aufweist. Und Oberfranken hat die größ te Brauereidichte der Welt. Über Stock und Stein Genug der Rekorde, aber nicht vom schäumenden Genuss. Dieser lässt sich in der Fränkischen Schweiz hervorra gend mit körperlicher Betätigung ver binden. Nach wie vor ist Wandern die mit Abstand beliebteste Freizeitbe schäftigung der Urlaubsgäste. Die Bier brauGemeinde Aufseß beispielswei se ist Ziel einer Brauereiwanderung. Wer nach 16 Kilometern und sechs Braue reien die letzte im aufrechten Gang ver lässt, hat die ausgehändigte Wanderur kunde wirklich verdient. Wer jeweils nur am Gerstensaft nippt, dem sei auch das Fahrrad als Fortbewegungsmittel emp fohlen. Beim Radeln wie beim Wan dern erfordert das Mittelgebirge Frän kische Schweiz freilich etwas Kondition. Mehr Spaß macht das Auf und Ab ohne schweres Gepäck. Daher können Wande rer auf dem Frankenweg dieses von der Tourismuszentrale täglich zur nächsten Unterkunft transportieren lassen. Der Frankenweg führt auf einer Länge von 120 Kilometern durch den schönsten Teil der Fränkischen Schweiz. Hoch oben und tief unten Prägend für die Landschaft sind die ma lerisch gelegenen Burgen. Ebenso typisch, wenn auch oftmals tief in der Erde versteckt, sind die mehr als 1.000 Höhlen. Aus Naturschutzgründen las sen sich nicht alle besuchen, aber die So phien, Teufels und Binghöhle entschä digen reichlich dafür. So bleibt Zeit, um die vielen anderen Höhepunkte der Frän kischen Schweiz zu entdecken. Gewinnen Sie eine Woche Urlaub im Pierre & Vacances Resort Belle Dune in Frankreich. Wir verlosen mit freundlicher Unterstützung von Pierre & Vacances einen siebentägigen Aufenthalt in einem Apartment für maximal vier Personen.Unsere Gewinnspielfrage lautet: Wo befindet sich der größte Osterbrunnen der Welt? a) Aufseß b) Bieberbach c) Forchheim Schicken Sie Ihre Antwort bis 17. Januar 2011 an gewinnspiel@schwenninger-bkk.de oder per Post an Schwenninger BKK, Spittelstraße 50, 78056 Villingen-Schwenningen, Stichwort perspektive. Der Gewinnername wird in der nächsten perspektive veröffentlicht. Mitarbeiter der Schwenninger BKK und ihre Angehörigen dürfen nicht teilnehmen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Zu Fuß von Brauerei zu Brauerei Nordic Walking im beschaulichen Trubachtal perspektive 4/2010

23
Auszeit Lesestoff Kap meiner Hoffnung Als Kinderärztin in Südafrika Irina AndréLang mit Harald Rast Nach einem persönlichen Schicksals schlag verschlägt es Irina AndréLang als Kinderärztin nach Südafrika. Vom Zau ber des Landes ist sie fasziniert, doch sie lernt dort auch die Schattenseiten ken nen: Armut, Krankheiten, Rassenhass, Gewalt und vor allem Aids. Eine lebens bedrohliche Krankheit stellt sie schließ lich sogar vor eine besonders schwere Prüfung ­ sie wird von der Ärztin zur Pa tientin. In dieser Autobiographie erzählt die in Singen geborene Autorin von ih rer Arbeit als Ärztin und davon, wie ihr Leben von den politischen, gesellschaft lichen und sozialen Entwicklungen des Landes beeinflusst wurde. Die Gesundarbeiter Warum Gesundheit der entscheidende Erfolgsfaktor in Unternehmen ist Siegfried Gänsler und Thorsten Bröske EMails im Minutentakt, per Handy überall erreichbar, zwischen zwei Sit zungen schnell was essen ­ der Berufs alltag verändert die Anforderungen und Belastungen der Menschen. Das ist so wohl eine Herausforderung für Beschäf tigte als auch für Arbeitgeber: Unterneh men sind im Wettbewerb künftig mehr denn je auf gesunde Mitarbeiter ange wiesen. Wie eine ausgewogene Balan ce zwischen Arbeit und Leben gelingen kann, erfährt der Leser in "Die Gesund arbeiter". Die Autoren Siegfried Gäns ler und Thorsten Bröske, Vorstände der Schwenninger BKK, sprechen mit be kannten Persönlichkeiten aus dem öf fentlichen Leben, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft über die Vereinbarkeit von Gesundheit und Arbeit. Kurze, lo ckere Gespräche in FrageAntwortform machen das Buch zur anregenden Lektü re. Die Erlöse aus dem Verkauf gehen an gemeinnützige Projekte. Kochen ist Krieg! Am Herd mit deutschen Profiköchen Gregor Weber Das Werk mit dem markanten Titel stammt von keinem Unbekannten: Gre gor Weber ist vielen Fernsehzuschauern als Stefan aus der Serie Familie Heinz Becker oder als saarländischer Tatort Kommissar ein Begriff. Doch Weber macht sich nicht nur gut in Film und Fernsehen, sondern auch am Herd. Denn parallel zu seiner Schauspielkarriere ab solvierte der gebürtige Saarbrücker eine Ausbildung zum Koch. Was er in Dorf gasthäusern und SterneRestaurants, Fußgängerzonenpizzerien, Schiffskanti nen und beim Bundespräsidenten erlebt hat, erzählt er auf kurzweilige Art in seinem Buch. Ein interessanter Blick in die Küchen und Töpfe deutscher Restaurants. Weitere Informationen unter www.die-gesundarbeiter.de perspektive 4/2010

24
Weitere Informationen: www.pv-holidays.de